

Dieser Abschnitt des Hærvejen durch Mitteljütland führt von Nørre Snede nach Kollemorten. Du passierest „Die große Wasserscheide”, den Ort, an dem die Flüsse Gudenå und Skjern Å entspringen und in entgegengesetzte Richtungen fließen. Die Etappe bietet auch einen alten Eichenwald, eine mittelalterliche Wallfahrtskirche und den Margarethe-Wall.
Nørre Snede-Kollemorten
Rørbæk Sø, Tinnet Krat und die Quelle der Gudenå
Wenn du dich in das wunderbare Naturgebiet rund um den See Rørbæk Sø, den Wald Tinnet Krat und die Quelle der Gudenå begibst, betrittst du eine Welt voller Schönheit und Abenteuer. Hier kannst du auf schönen Wanderwegen spazieren, von denen aus du den Anblick der alten Badeanlage und die reiche Tierwelt mit Reh- und Rotwild genießen kannst.
Rørbæk Sø liegt in der Nähe des Jütländischen Höhenrückens, auf dem die Quellen der beiden größten Flüsse des Landes, Skjern Å und Gudenå, im gleichen Tal mit nur wenigen hundert Metern Abstand voneinander entspringen. An der gleichen Stelle kreuzt der Hærvejen das Tal in der Mitte der Wasserscheide. Der See ist von einer einzigartigen Mischung aus Wäldern, Wiesen, Plantagen und Heideflächen umgeben. Tinnet Krat und Kollemorten Krat zählen zu den größten Eichengebüschen des Landes, Dänemarks ursprünglichen Wäldern. Du wirst deutlich sehen, wie der magere Boden und der harte Wind ihre deutlichen Spuren an den kleinen, krummen und verdrehten Eichen hinterlassen haben.
Der längliche Rørbæk Sø ist während der Eiszeit entstanden. Im See gedeiht ein vielfältiges Tierleben, von Hechten und Brachsen bis hin zu seltenen Seeforellen. Hier kannst du erleben, wie sich Tauch- und Schwimmenten in den Herbst- und Wintermonaten versammeln. Das Wasser zieht eine Vielzahl verschiedener Vogelarten an, einschließlich Wasseramseln, Eisvögeln und Fischadlern.
Die Gudenå ist mit ihren 160 Kilometern Dänemarks längster Fluss. Sie hat ihre Quelle im Tinnet Krat, und sie mündet in den Randers Fjord. Der Legende nach erhielt der Fluss seinen Namen nach einem ungestümen Mann namens Gudar, der das Mädchen Else entführte. Mit der Hilfe von Bächen und Quellen gelang es dem Vater, Else zu befreien, und Gudar ertrank im Randers Fjord.
Rørbæk Sø, 7323 Give
Øster Nykirke und die Quelle des Heiligen Peters
Die Kirche Øster Nykirke, auch Sct. Peders Kirke genannt, thront majestätisch oben auf dem Höhenzug. Sie gilt als die am höchsten gelegene Kirche Dänemarks, 130 Meter über dem Meeresspiegel. Die Kirche wurde zwischen 1150 und 1200 als Wallfahrtskirche zu Ehren der Heilquelle des Heiligen Peters erbaut, deren Wasser einst als heilend galt.
Die im romanischen Stil erbaute Kirche wurde während der Spätgotik um einen Turm erweitert, der ursprünglich 12 Meter höher war als heute. Obwohl die Kirchenglocke aus dem Jahr 1438 stammt, läutet sie immer noch zum Gottesdienst. Zu den bedeutendsten Schätzen der Kirche zählt ein Tympanon: ein dreieckiges Feld in einem klassischen Kirchengiebel, das typisch für die romanische Architektur ist. Altarbild und Kanzel sind reich mit Szenen und Figuren aus der Bibel verziert. Beide stammen aus dem Jahr 1632, und die Legende besagt, dass sie von einem blinden Bildschnitzer aus Vonge geschnitzt wurden.
Die Heilquelle des Heiligen Peters liegt direkt östlich der Kirche. Dort befindet sich ein kleiner Brunnen, der von einer Kopie eines mittelalterlichen Brunnenschachtes umgeben ist. An einer Kreuzung südlich der Kirche steht ein alter Wegstein aus dem Jahr 1856. In den Stein sind die Ortsnamen Colding und Vester Mølle eingraviert, was die Bedeutung des Hærvejen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts unterstreicht.
Hærvejen 309, 7323 Give
Der Margrethe-Wall
Südlich vom Tinnet Krat liegt verborgen der Margrethe-Wall, ein 150 Meter langer Verteidigungswall, der rechtwinklig zum Hærvejen angelegt wurde. Die Herkunft des Margrethe-Walls ist ein Mysterium, denn man weiß nicht, wann er erbaut wurde oder welche Margrethe dem Wall seinen Namen gab. Es wurden Reste von Waffen und gepflasterte Feuerstellen gefunden, und im Deich selbst wurde sogar eine Kanonenkugel aus Eisen entdeckt.
Im Jahr 1861 setzte König Frederik VII. einen Schutzstein am Wall. Ein Ereignis mit Folgen – die Geschichte besagt, dass der Bauer Per Limkaster seine Unzufriedenheit über die Handlung des Königs mit folgenden Worten zum Ausdruck brachte: „Ihr sollt, verdammt noch mal, nicht meinen Hafer zertreten!“ Ein denkwürdiger Moment, der die Geschichte des Margrethe-Walls noch interessanter macht.
Wenn du den Margrethe-Wall besuchst, kannst du darüber nachdenken, welche Margrethe dem Wall seinen Namen gegeben hat.
Hærvejen 317, 7173 Vonge
Wie kannst du mit öffentlichen Verkehrsmitteln an- und wieder abreisen?
Für die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln kannst du „Rejseplanen” und die App „Hærvejen” nutzen. Um zum Startpunkt der Etappe zu gelangen, musst du in „Rejseplanen” als Ziel „Nørre Snede Rtb. (Ikast-Brande Kom)” eingeben. Wenn du dort angekommen bist, kannst du die App „Hærvejen“ nutzen, um den Weg zum Hærvejen zu finden.
Nützliche Links
Reiseplan-App: www.rejseplanen.dk
Stempel für deinen Hærvejs-Pass
Auf dieser Etappe kannst du deinen Hærvejs-Pass bei der Kirche von Nørre Snede oder beim Hærvejscenter in Kollemorten abstempeln.






